Der Mensch ändert sich fortwährend, dies zu beweisen ist unnötig, während Gott sich nicht im Geringsten ändern kann. Er ist das Sein selbst (und doch gibt es Menschen, die Seine Existenz in Abrede stellen!), so dass Er alles Sein in Sich trägt und es kein Sein gibt, dass Er erwerben könnte. Durch jede wie immer geartete Veränderung würde er jedoch ein zusätzliches Sein erwerben. Deshalb kann er sich nicht ändern. Nun wurden die Psalmen durchwegs von Gott geschrieben, wenn auch durch menschliche Werkzeuge wie König David, doch letzten Endes eben doch von Gott; somit ist jeder Psalm ein kleines Selbstporträt des unveränderlichen Gottes, Ihm so treu wie immer, trotz der ganzen Verwirrung der Menschen in aufeinanderfolgenden Zeitaltern, nicht zuletzt dem unseren. Betrachten wir nun Psalm 77 (moderne Numerierung 78), um zu erkennen, was der Covid-Verwirrung, die im Frühling letzten Jahres ihren Anfang nahm, zugrunde liegt. Es ist gar nicht kompliziert.
1-4 Der Psalmist beginnt, indem er seine Zuhörer zur Aufmerksamkeit mahnt: Er verkündigt dem kommenden Geschlecht den Ruhm des Herrn, so wie vergangene Geschlechter ihn verkündigt haben.
5 Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob und gab ein Gesetz in Israel und gebot unseren Vätern, es ihre Kinder zu lehren,
6 auf dass es die Nachkommen lernten, die Kinder, die noch geboren würden; die sollten aufstehen und es auch ihren Kindern verkündigen;
7 dass sie setzten auf Gott ihre Hoffnung und nicht vergässen die Taten Gottes, sondern Seine Gebote hielten
8 und nicht würden wie ihre Väter, ein abtrünniges und ungehorsames Geschlecht, dessen Herz nicht fest war und dessen Geist sich nicht treu an Gott hielt.
9-20 Beispielsweise gab es nach all den Wundern, durch die Gott die Kinder Israels aus dem Ägyptenlande und ins Gelobte Land geführt hatte, etwa indem Er die Felsen in der Wüste spaltete und sie reichlich wie mit Fluten tränkte, immer noch solche, die sich weigerten Gott, zu gehorchen, und herausfordernd fragten: Kann Gott wohl einen Tisch bereiten in der Wüste?
21-22 Da das der Herr hörte, entbrannte er im Grimm; ein Feuer brach aus in Jakob, und Zorn kam über Israel, weil sie nicht glaubten an Gott und nicht hofften auf seine Hilfe.
23-29 Dennoch nährte Gott die Israeliten reichlich mit Manna, aber sie sündigten weiterhin.
31 Abermals kam der Zorn Gottes über sie,
32 doch nichtsdestoweniger glaubten sie nicht an seine Wunder.
33 Darum raffte er sie scharenweise dahin.
34-37 Nun wandten sie sich wieder Ihm zu, doch ihre Reue war unaufrichtig.
38-40 Er aber war barmherzig, denn er war sich der Schwäche der Menschen bewusst; er vergab ihnen ihre Schuld, doch wie oft hatten sie ihm in der Wüste getrotzt und in der Einöde betrübt!
41-51 Wie oft hatten sie alles vergessen, was Er im Ägyptenlande getan hatte, um Ägypter und Israeliten zugleich zu bestrafen.
52-58 Schliesslich führte Gott Sein Volk in das Gelobte Land, aber selbst dort betrieb es Götzendienst.
59-64 Ein weiteres Mal entbrennt Gottes Grimm; er verwirft Israel ganz und überantwortet es seinen Feinden.
65-66 Wiederum lässt sich Gott erweichen und schlägt seine Feinde zurück.
67-72 Doch Gott liebt insbesondere den Stamm Judah und schenkt ihm den grossen König David.
Kyrie eleison.
Das wahre Judah ist die Kirche, Gott wird es bedenken
Mit einem Papst und König, wird ihm neues Leben schenken.